Full text: Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen

zu verzieren. (Fig. 136.) Dabei wurden ovale, recht­ 
eckige und verschiedenartige polygone Felder gewählt, 
zumeist mit dem grössten Bilde in der Mitte. Diese Deco- 
ration wurde nicht nur in Malerei durchgeführt, sondern 
auch plastisch, insbesondere bei geraden Holzdecken, welche 
eine reiche Feldereintheilung erhielten, die mit figuralen 
Darstellungen in verschiedenen Grössen verziert erschien. 
So gestaltete sich die innere Decoration immer reicher, 
farbenprächtiger und plastischer und dazu kommt noch, 
dass die Wände einen ähnlichen figuralen Schmuck erhielten 
wie die Decke, sehr häufig Kolossalgemälde in breiten 
prächtigen Rahmen sitzend, welche mit plastischen Figuren 
abwechselten und so die Wand in ihrer ganzen Ausdehnung 
in reichster Weise gliederten und schmückten. Ein wei­ 
teres Eingehen in diese glanzvolle Decorationsweise würde 
uns von unserem eigentlichen, weit bescheideneren Thema 
abführen, wir wollen demnach nur noch hinzufügen, dass 
in dieser Zeit namentlich Kindergestalten, Putten genannt, mit 
besonderer Vorliebe angewendet wurden, dieselben kommen 
theils an der Aussenarchitektur, tlieils in Innenräumen vor, 
aussen finden sie sich namentlich an Friesen und werden 
häufig dazu verwendet in leichter spielender Weise Festons 
zu tragen, so sieht man schöne Kindei’gestalten am Friese 
der Bibliothek von S. Marco in Venedig (Fig. 137) und 
am Friese der Farnesina in Rom, die Figuren zeigen zunächst 
eine ziemlich strenge architektonische Anordnung, sind ¿nur 
mässig bewegt und verhältnissmässig schlank gebildet. 
Kindergestalten werden aber auch sehr häufig dazu ver­ 
wendet, um Cartuschen, Wappen oder Medaillons zu halten, 
und finden sich dann zumeist zu beiden Seiten des zu 
stützenden oder bloss zu decorierenden Objectes. Eine 
weitere sehr beliebte Anwendung ist jeneTzur Ausfüllung
        

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