Full text: Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen

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hier nicht nur Kindergestalten angewendet, sondern häutig 
auch Figuren von Erwachsenen. Von der antiken Auffassung 
unterscheiden sich die Zwickelfiguren der Renaissance 
wesentlich dadurch, dass die classische Periode meist fliegende 
und erwachsene Gestalten hei massiger Bedeckung des Relief­ 
grundes und flacher Plastik darzustellen liebt, während die 
Renaissance sehr verschiedene Figuren verwendet, wobei 
Kindergestalten vorherrschen, welche bei derber Plastik den 
Fig. 138. Bogenzwicketßguren vom Pal. Giustiniani in Padua. 
(Nach Wiener Bauhütte.) 
Raum möglichst auszufüllen suchen. Die Zwickelfiguren der 
Zopfzeit unterscheiden sich von jenen der Hochrenaissance 
dadurch, dass letztere eine ruhige, natürliche Stellung 
der Figuren anstreben, während die Figuren der Zopfzeit in 
der lebhaftesten Bewegung dargestellt werden, wobei nicht 
selten der Kopf oder eine Hand oder ein Fuss den ihnen 
zugemessenen Raum sorglos überschreitet, dabei ist die 
Körperbildung rundlich, wohlgenährt und üppig. Bei kirch­ 
lichen Bauten gestalten sich die Putten zu Engelsgestalten,
        

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