Full text: Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen

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Von Italien aus kam die Renaissance nach Frankreich, 
Holland, England, Deutschland und nach allen übrigen 
Ländern Europa’s, in jedem dieser Länder erhielt sie mehr 
oder weniger eine eigenartige Ausbildung, da aber das 
charakteristische Moment ihrer Umgestaltung zum wenigsten 
in der verschiedenen Behandlung der menschlichen und 
thierischen Formen liegt, sondern anderswo zu suchen ist, 
wollen wir uns im Interesse der Klarheit und Übersicht­ 
lichkeit mit diesen kurzen Bemerkungen begnügen. 
B. Die freistehende Figur. 
Auch die selbständige mit der Architektur in loserem 
Zusammenhange stehende menschliche Gestalt, die Statue, 
spielt in der Renaissance eine grosse Rolle. 
Mit der Architektur am wenigsten verbunden sind 
die Statuen der Attika. Schon die Römer stellten die 
Statue bei ihren Triumphbögen erhoben von der Erdober­ 
fläche auf eine Säule, respective auf das verkröpfte Gebälk 
und vor das Attikageschoss. (Vergl. Fig. 99.) In dem 
freieren, schaffungsthätigen Geiste der Renaissance aber 
lag es, die Statuen auf die Attika selbst zu stellen, dieselbe 
durch Postamente zu gliedern und mit der darunter befind­ 
lichen Säulenarchitektur in Übereinstimmung zu bringen 
(Fig. 141.) Zuweilen nahm sich aber auch die Renaissance 
die Freiheit, Statuen auf Postamenten auf ein Bauwerk zu 
stellen, das gar keine Säuleneintheilung aufzuweisen hatte. 
Die Behandlung der Attikafiguren wird sich in 
erster Linie nach dein Stile des Gebäudes zu richten 
haben und wird man nur im Allgemeinen sagen können, 
dass es einestheils zu vermeiden sein wird, die Figuren 
zu nahe an einander zu rücken, sie zu steif und starr zu
        

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