Full text: Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen

bei neueren Bauten in Wien stellt sich das Verhältnis 
heraus: bei dem Musikvereinsgebäude in Wien (Vic- 
torien)...........................................................wie 1 : 15, 
bei dem Palais Erzherzog Wilhelm in Wien. „ 1:2, 
bei dem Cursalon im Stadtpark in Wien . . „ 1 : 0*57, 
bei dem Haus Goldberger in Wien .... „ 1 : 0-75. 
Dieselbe Frage muss Bildhauer und Architekten in 
noch intensiverer Weise beschäftigen, wenn es sich um 
die Höhe eines Sockels für eine freistehende Statue handelt. 
Dem Principe nach soll die Statue des berühmten und 
verehrten Mannes durch das Postament über die Boden­ 
fläche des gewöhnlichen Lebens erhoben werden, um der 
Statue des gefeierten Mannes eine grössere Bedeutung 
und Weihe zu geben, woraus sich von selbst ergeben 
würde, dass das Postament nicht zu niedrig gemacht werden 
dürfe. Insoferne sich überhaupt ein bestimmtes Mass 
angeben lässt, wird man sagen können, dass die Höhe des 
Sockels im Allgemeinen die Höhe der Statue um ein wenig 
überragen soll, und in der That lehrt die Erfahrung, dass 
die Architekten und Bildhauer der Renaissancezeit mit 
Vorliebe grössere Sockel wählten, so verhält sich beispiels­ 
weise die Statue des Colleoni in Venedig zu ihrem Sockel, 
wie 1 : 2. (Fig. 142.) Natürlich gibt es auch hier 
Grenzen, zu kleine Statuen auf zu grossen Sockeln nehmen 
sich dürftig und armselig aus und machen dann gerade 
den Eindruck, den der Bildhauer offenbar vermeiden wollte. 
Bei vielgliederigen und vielligurigen Standbildern wird die 
Lösung dieser Frage um so schwieriger sein und der 
Sockel für die Hauptfigur sich um so höher zu gestalten 
haben, je mehr Figuren angewendet werden. 
Schubert: Stilisieren der Thier- und Menschenformeu. 209
        

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