Full text: Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen

zu bringen und namentlich die barocken Formen, die man 
mit dem Ausdrucke „Grotteske“ bezeichnet, anzuwenden. 
In gleicher Weise wurden auch 
die neutralen Theile von Kannen, 
Leuchtern, Salzgefässen und an­ 
deren Gegenständen verziert. 
Dann gab es aber auch kunst­ 
gewerbliche Objecte, welche die 
menschliche Figur in hervor­ 
ragender Weise als Ornament 
benützten, fast mit gänzlichem 
Ausschluss des Rankenorna­ 
mentes, so wurde beispielsweise 
nicht selten der Bauch des Ge- 
fässes als eminent neutrales Feld 
angesehen und ausschliesslich 
mit historischen, mythologischen 
oder allegorischen, figuralen Com- 
positionen geschmückt (Fig. 145), 
hier allerdings mit weit mehr 
Berechtigung als bei der Innen­ 
seite von Tellern, auf denen 
gegessen werden sollte. 
Die Renaissancekünstler 
wussten aber nicht nur durch 
Schaffung von neutralen Feldern 
die Werke der Kleinkunst 
durch figurale Compositionen zu 
schmücken, sondern sie ver­ 
wendeten die menschliche Gestalt,Fig. 146. 
Bronce-Ciborium in der Kirche 
Fontegiusta zu Siena. (B.) 
(Ivunsth. Bg.) 
sowie auch Thierformen sehr gerne in voller Plastik als 
spielende Decoration zur Belebung der Werke des Kunst-
        

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