Full text: Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen

Flügeln innewohnenden 
Kraft das Gefäss zu 
stützen und zugleich den 
Fuss mit demselben zu 
verbinden. Bei Anwen­ 
dung von Flügeln ist 
es allerdings nothwendig, 
auch die in der Natur 
vorkommenden Ansatz - 
theile der Flügel — den 
Rücken und in Folge 
dessen den ganzen Ober­ 
leib zu verwenden, woraus 
sich dann reiche Coinbi- 
nationen ergeben; eine 
der beliebtesten besteht 
aus einem Frauenober­ 
leib mit einem Flügel­ 
paar versehen, welcher 
sich aus einem Löwen- Fig; 33‘ Römischer aus Pompeji. 
(Nach einer Aufnahme des Verfassers.) 
fuss entwickelt. (Fig. 34.) 
Diese Combination hat es offenbar auch mit tendenziöser 
Symbolik zu thun, jedenfalls scheinen hier die Sirenen, 
jene fabelhaften Jungfrauen der griechischen Mythologie, 
die mit Vogelkrallen und Flügeln versehen sind und 
von den Ufern ihrer Insel mit bezauberndem Gesang die 
Vorübersegelnden anlockten, um sie dem sicheren Verderben 
zuzuführen, und ausserdem die ebenfalls fabelhaften Sphinxe, 
die schon in Ägypten eine grosse Rolle spielten, als Vor­ 
bilder gedient zu haben. An römischen Apollo-Altären 
sehen wir dieselben Gestalten als Füsse in offenbar structiver 
Weise verwendet, hier stehen die sirenenhaften Sphinxe 59
        

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