Full text: Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen

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füssen, diese sind oben plötzlich abgeschnitten, und auf der 
Schnittfläche sitzen kleine chimärische Gestalten, die wieder­ 
um nicht selbst tragen, sondern dies von einem verzierten 
Stengelwerk besorgen lassen, das ihnen aus dem Rücken 
herauswächst. In dem vorliegenden Dreifuss fehlt der ver­ 
bindende einheitliche Gedanke, die angewendeten Formen­ 
elemente bauen sich ohne Übergang und inneren Zusammen­ 
hang systemlos auf und schliesslich ist das Grössenverhälltnis 
Fig. 37. Römische Dreifüsse. 
(Kunsth. Bg.) 
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des kräftigen stützenden Fusses und des zwecklos darauf 
sitzenden Fabelthieres denn doch etwas zu auffällig, um an­ 
genehm zu wirken. 
Auch die ganze menschliche Figur wird im römischen 
Kunstgewerbe in der freiesten Weise angewendet, meist 
spielend decorativ, häufig ohne organischen Zusammenhang 
mit dem Ganzen, bald ist es ein dickbauchiger Silene, aus 
dessen Kopf zwei Lampenarme herauszuwachsen scheinen.
        

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