Full text: Das Stilisieren der Thier- und Menschen-Formen

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kelchförmigen Capitales markierend — als wie wenn sich 
in der ganzen Kirche kein geeigneterer Ort hätte finden 
lassen, derartige Werke der höheren christlich-tendenziösen 
Kunst darzustellen, als gerade dieser. Die kindlich naive 
Auffassung zeigt sich auch noch darin, dass der ausführende 
Künstler es für angemessen hielt, der Madonna, trotzdem 
sie reitend dargestellt ist, einen Fussschemel zu geben. 
F ig. 42. Capitäl aus der Abteikirche zu St. Benoit. 
(Nach Ornamentenschatz.) 
Im Dome von Monreale bei Palermo gibt es Capitäle, 
welche Bogenstellungen darstellen, die Säulen derselben ruhen 
hiebei auf Akanthusblättern, während die durch die Bogen­ 
stellungen gebildeten Nischen eine ganze Reihe von Heiligen­ 
figuren aufnehmen. 
Dieselbe Naivetät, zumeist gepaart mit einer unge­ 
wöhnlich materiell gedachten Symbolik, zeigt sich auch an 
den Säulenfüssen des romanischen Stiles. Einzelne davon
        

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