Full text: papers communicated to the first International Eugenics Congress held at the University of London, July 24th to 30th, 1912

A. Bluhm.Medicine and Eugenics.387 
damit verbundene Gebär Unfähigkeit verhindert wird. Es ist auch nicht 
ausgeschlossen, dass im Laufe von Generationen eine Regeneration des 
Keimpalasmas eintritt, wenn es gelingt fortgesetzt die Entwicklung der 
Rachitis zu verhindern. Das eingehende Studium der Rachitis, deren 
eigentliches Wesen wir trotz der reichen Literatur noch nicht kennen, ist 
eine wichtige Aufgabe der Eugenik. 
Den Hauptnachdruck werden wir bei unseren Bemühungen, den üblen 
Folgen der Geburtshilfe vorzubeugen, auf die Belehrung der Geburtshelfer 
legen müssen. Der Senior der deutschen Geburtshelfer Hegar sagt mit 
Recht, dass keine einzige medizinische Disziplin sich bisher so wenig um 
die Prophylaxis gekümmert hat, wie gerade die Geburtshilfe. Der 
heutige Geburtshelfer denkt nur an den Augenblickserfolg. Er berichtet 
mit Stolz, wenn er eine verkrüppelte Idiotin durch Sectio caesarea von 
einem lebenden Kinde entbunden hat. Er streitet in Wort und Schrift 
darüber, ob eine Mutter, falls die Geburt eines lebenden Kindes nur durch 
eine ihr eigenes Leben bedrohende Operation herbeigeführt werden kann, 
berechtigt ist, diese Operation zu verweigern, und vergisst vollständig, dass 
in einem solchen Fall das Kind für die Nation zumeist eine Schädigung 
und keinen Gewinn bedeutet. Wir müssen das Rasse gewissen des Geburts­ 
helfers zu wecken suchen. Er darf nicht mehr blindlings danach streben, 
der Mutter ein lebendes Kind zu verschaffen, sondern er muss sich im 
einzelnen Falle fragen, ob er auch der Rasse gegenüber die Verantwortung 
dafür übernehmen kann. Nur, wenn ein anderer, eugenischer Geist in die 
Geburtshilfe einzieht, wird sie der Rasse zum Segen und nicht zum Fluche 
werden. Ist der Geburtshelfer von eugenischem Geiste durchdrungen, so 
kann gerade er mehr als mancher andere zur Verbreitung dieses Geistes in 
breiteren Volksschichten beitragen und dazu verhelfen, dass das 
Zarathustra-Wort Friedrich Nietzsche’s über die Ehe, Allgemeingut seines 
Volkes wird, nämlich: “ Ehe; so heisse ich den Willen zu Zweien, das 
Eine zu schaffen, das mehr ist, als die es schufen.” 
EUGENICS AND OBSTETRICS. 
Dr. Agnes Bluhm. 
It is, perhaps, no mere chance that the first International Eugenics 
Congress is being held in a country in which it is a household word that 
1‘ to prevent is better than to cure. ’ ’ This proverb shows that the value of 
preventive medicine has been recognised in England from old times, and 
that that of remedial medicine has been in no way over-estimated. 
In spite of this, in England, as in all civilized States, the science of 
medicine has, up to the present time, confined its activities almost entirely to 
cc 2
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.