— 44 — und Enns. Ueberall ist die Besatzung casernirt, doch mit Ausschluß der Ossieiere, welche auf Kosten der Stände Privatquartiere, und vom Aerarium das nö- thige Holz erhalten. In Abwesenheit des Militärs versah sonst das Bürgermilitär den Dienst^ Es bestand aus vier Compagnien , deren Chef ein Oberster war, und paradirte auch bey feyerlichen Gelegenheiten. Ge- genwärtig ist das Bürgermilitär aufgelöst. Die beyden Regimenter »v. Richter und Großher- zog Baden« haben in Linz ihre Erziehungshäuser, welche der unsterbliche Kaiser Joseph II. ins Leben rief. Das militärische Waisenhaus des P. Parhammer zu Wien, brachte den Monarchen auf die Zdee, für die Soldaten- kuaben jedes Regimentes ein Erziehungshaus zu stiften. Er setzte jedem jährlich 2000 ft. aus, und bestimmte die Zahl der Zöglinge auf 48. Zu Linz befinden sich die Erziehungshäufer beyder Regimenter in dem vormahll- gen Gebäude der barmherzigen Brüder zu Ende der äußeren Vorstadt. Der Sohn jedes Soldaten, welcher nicht seinen Abschied nimmt, ehe er Invalid wird, sin- det Aufnahme im Erziehungshaufe, wo die Knaben cxercirt und zu fertigen Soldaten gebildet, dabey vor- züglich im Schreiben und Rechnen unterrichtet werden, doch auch in der Geschichte, Erdbeschreibung und im militärischen Zeichnen Unterricht bekommen. Bis in das vierzehnte Jahr besuchen sie die Normalschule, bleiben dann noch im Erziehungshause, bis sie so weit heran- wachsen, um ihrem Regiments zugetheilt zu werden; falls sie aber dazu nicht tauglich sind, werden sie ent- lassen, um ein Handwerk zu lernen. Die Inspektion über ein Erziehungshaus hat ein Lieutenant, welcher auch darin wohnt; zu den beyden Lehrern werden die tauglichsten Subjeete aus den Unterofsicieren oder Ge- meinen gewählt, und erhalten außer ihrer Löhnung und Kost im Hause eine Zulage. Dabey haben sie noch d»e