— 101 - Angenehmes und Abwechselndes hat, von einem w Gegend nicht genau Kundigen aber schwerlich allein gefunden werden möchte. Die Landstraße führt von Edelsberg über das Torf Asten. Enns wird von eini- gen Geographen für das alte Lorch oder das Laureaeum der Römer gehalten, da es doch spätem Ursprungs ist, und man noch nicht genau hat ausmitteln können, ob letzteres sich wirklich, wie die Tradition sagt, bis in die Nähe der Gegend, wo jetzt Enns steht, ausgedehnt habe. Ueberhaupt gibt die Sage, wie solchen bey meh- reren verschwundenen Städten der Fall ist, jener römi¬ schen Stadt einen gewaltigen Umfang, denn die Vor- städte derselben sollen sich bis Ebelsberg und Florian «rstreckt haben. Won römischen Schriftstellern ist Am- mian Mareellin der einzige, welcher Laureaeum erwähnt; ältere Schriften der Deutschen erzählen, daß es die römische Hauptstadt im Noricum gewesen sey, welches dagegen von andern bezweifelt wird. Gewiß scheint es zu seyn, daß die Römer in Laureaeum eine starke Be- satzung hielten, daß es der Sammelplatz ihrer Kriegs» schiffe auf der Donau war, und bey der Ausbreitung des Christenthums ein Bisthum daselbst errichtet wurde. Auch hatten hier die Römer, welche schon das steyerische Eisen sehr schätzten, eine Schild- und Waffenfabrik. Bereits in den letzten Zeiten der römischen Herrschaft litt Laureaeum stark durch die wenig unterbrochenen Kriege mit den angränzenden verschiedenen deutschen Wölkern; nach dem Untergange des römischen Reiches kam Lorch unter die Herrschaft der Herzoge von Bayern, und stand noch im Flor, bis es durch die wiederhohlten Anfälle der Avaren in den Jahren 722 bis 37 gänzlich zerstört wurde. Noch erhob es sich abermahls einiger Maßen, denn wir finden es wieder in den Zeiten Carls des Großen, welcher einen kaiserlichen Richter dahin setzte, und 805 Anordnungen gab, welche vorzüglich