— 109 — Michaeler- oder vormahlige Jesuiter-Kirche, in einem gefälligen Style, und durch ihre Lage auf einer A» höhe noch mehr imponirend, befindet sich schon m Steyr- dorf, doch gleich über der Brücke, welche aus der Stadt dahin führt. Zu den öffentlichen Gebäuden gehören noch zwey nicht üble Cafernen, etlicher andern erwähne ich weiter unten, wo ich Gelegenheit habe, von ihrer aeaenwärtigen Verwendung zu sprechen. ^ bürgerlichen Schießfiätte von einer ansehnlichen Große ist noch eine zweyte am Schlosse. Mehrere öffentliche Gärten biethen im Sommer Unterhaltung dar, und viele angenehme hegenden an den Iisern Weyher 8lüf|e, vornehmlich an der Enns, laden zu weiteren Spazier- gängm ein. . Der gesellige Ton in Steyr wird gerühmt von meh¬ reren, welche ihn genauer kennen, und zum Theile darum, als unabhängige Privatleute diese Stadt zu ihrem Aufenthalte wählten. An Gelegenheiten zu Ge- nüssen mangelt es ebenfalls nicht, im Gegentheile ist der Wohlstand auch in dieser Hinsicht bemerkbar. Man trinkt hier fast überall guten Wein, zieht aberallge- mein den österreichischen vor, obschon steyermarnscher näher zu haben ist. Das Bier ist in Steyr vorzugk- «her, als in den meisten Oettern in Oesterreich, einige Stifte ausgenommen, doch werden überhaupt m der Gegend umher bessere Biete gebraut. Den Winter über hat die Stadt Theater, und der Faschmgslustbar- leiten mehrere, und öfter als in andern Provinzial- Städten, wie sich dieses bey ihrem höhern Wohlstande erwarten läßt. , . ~ , r Für einen Fremden ist Steyrdorf der interessanteste THeil der ganzen Stadt, weil sich hier die Fabriken und Eisenarbeiter befinden, deren Fabrikate schon seit Jahrhunderten beynahe in der ganzen Welt bekannt sin^. Mehrere dieser Fabriken arbeiten für kaiserliche Rech-